Sonnenuntergang des Pfannkuchengesichts?

Donald Trumps Corona-Infektion und die US-Wahlen 2020

von Luisa M. Zimmermann (Kl. 10)

Foto: chickenonline auf pixabay.com

Donald Trumps Corona-Infektion ist wohl Eins zu Eins die Definition von Karma. Und, Hand aufs Herz, traf es nicht den Richtigen? Klar, man wünscht niemandem eine Krankheit ohne Grund an den Hals, doch allen dürfte bewusst sein, dass seine Infektion definitiv gravierende Auswirkungen auf den Wahlkampf hatte. Man würde auf den ersten Blick zwar vor allem zuerst darauf tippen, dass Trump durch die Covid-19-Infektion nur im Wahlkampf geschwächt wurde; trotzdem dachten einige Personen, es hätte ihn auch stärken können. Dafür spricht vor allem, dass viele Amerikaner gar nicht wahrhaben wollten, dass Trump selbst daran Schuld ist, sich mit dem Virus angesteckt zu haben..… Weiterlesen

Keine Entschuldigung, keine Wiedergutmachung

Geschichte und Gegenwart des deutschen Kolonialismus in Afrika

von Luisa Zimmermann (Kl. 9)

Es ist eine Frage der Moral und Schuld. Nachdem das Deutsche Reich bis 1918 Kolonien in Afrika und Übersee besaß und diese dann nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg im Versailler Vertrag wiederwillig abtreten musste, waren die damaligen imperialen Träume lange ein Tabuthema in der Bundesrepublik. Erst seit kurzer Zeit wird der Kolonialismus als Problemgegenstand wieder intensiver diskutiert. Viele der ehemaligen Kolonien sind heute arm, weil sie in der Kolonialzeit stark ausgebeutet wurden. Dass auch Deutschland daran Schuld trägt, ist eigentlich klar, trotzdem gibt es viele Fragen, die noch offen sind.… Weiterlesen

Es lebe der Nebenschauplatz!

Fridays for Future und das Schimpfen auf die Schulschwänzer

Gastkommentar von Insa Hörnle (VL‘)

Kinder sollen in der Welt der Erwachsenen gefälligst nicht stören! Schülerinnen und Schüler schon gar nicht, sie sollen gehorsam in der Schule bleiben, damit sie später (nach Maria Montessori) in der Welt der Erwachsenen nicht… ups, jetzt tun sie es!

Sie stören uns sowie die von uns gewählten „Profis der Politik“, und sie nerven durch „zivilen Ungehorsam“. Was hilft? Nun, nicht wenige lenken sogleich den Ärger der Öffentlichkeit auf DAS SCHWÄNZEN. Ist es wichtig, dass sich vielleicht vereinzelt Lernende aus einer einzigen Unterrichtsstunde am Freitagvormittag heraus mogeln könnten, um lediglich zu SCHWÄNZEN?… Weiterlesen

Fridays for Future – eine Heuchelei

Der Bewegung fehlen klare Forderungen

von Jana Rösing (Kl. 11)

Man kann es gut finden, dass so viele Schüler demonstrieren, politisch werden, sich für Klimaschutz einsetzen wollen und sich dafür auch zusammenschließen. Dennoch gibt es einige Punkte, die mich an der Fridays für Future-Bewegung stören.

Illustration: Lara Pfeiffer (THE ART-TEAM), Kl. 9

In größeren Städten ist es durchaus sinnvoll, zu demonstrieren, gerade wenn man dies vor Gebäuden tut, die für die Politik oder den Klimaschutz relevant sind. Aber in Jever auf dem Marktplatz zwischen einem Spielwarenhandel, einer Apotheke, einer Bank und zwei Bäckern? Das scheint mir dann doch etwas wahllos und wenig zielführend.… Weiterlesen

Hassmechanismen angehen!

Gedenken zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht 1938 in Jever

von Onno Smit und Konstantin Nöth (Kl. 10)

Der 9. November ist ein geschichtsträchtiger Tag für Deutschland. 1918 brach die Revolution in Kiel und Wilhelmshaven aus, die den Ersten Weltkrieg beendete und der ersten Demokratie auf deutschem Boden den Anstoß gab. Aber auch sehr undemokratische Geschehnisse sind an diesem Tag passiert. So plünderten Nationalsozialisten am 9. November 1938 jüdische Geschäfte, zündeten Synagogen an und töteten und verhafteten viele Juden. Und 51 Jahre später – am 9. November 1989 – ist die Mauer gefallen, was ein vereinigtes Deutschland wieder möglich machte. Freude gebührt dem (wieder)vereinten Deutschland, Trauer den Toten der Reichspogromnacht.… Weiterlesen

Gegen den Hass

Rede zum 80. Jahrestag des Synagogenbrands in Jever (2018), nach stichwortartigen Aufzeichnungen nachträglich verschriftlicht

von Jannes Wiesner (Q2)

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

achtzig Jahre nach den schrecklichen Taten, die gegenüber unseren jüdischen Mitbürgern und Freunden begangen wurden, müssen wir uns einmal mehr die Frage stellen, wie wir mit der daraus resultierenden historischen Verantwortung umgehen wollen. Vor achtzig Jahren wurden in unserer Heimat Taten begangen, die für uns aus der heutigen Perspektive unvorstellbar erscheinen. Die menschliche Würde als Fundament unseres Zusammenlebens wurde untergraben, Anstand und Moral beseitigt und  die Raserei der nationalsozialistischen Terrorideologie manifestiert. Die damals um sich greifenden Hassmechanismen und das daraus resultierende unendliche menschlichen Leid scheinen in keinerlei Bezug zu unserer jetzigen Lebensrealität zu stehen; und doch dürfen wir nicht blind sein und unsere Augen verschließen, vor aggressivem Nationalismus und populistischen Hassparolen, die sich bis heute in unserer Gesellschaft verwurzelt haben.… Weiterlesen