Das Leben der Anne Frank

von Milli Pflips (Kl. 7)

Erste Jahre
Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. In der Zeit, in der Adolf Hitler mehr und mehr Anhänger bekam, zogen Otto und Edith Frank, die Eltern von Anne, mit der älteren Schwester Margot und ihr nach Amsterdam in die Niederlande. Adolf Hitler machte die deutschen Juden zum Staatsfeind Nummer Eins des Deutschen Reiches und nutzte antisemitische (rassistisch-judenfeindliche) Vorurteile, die in Deutschland herrschten, kaltblütig aus. Anne Franks Vater gründete in Amsterdam eine Firma für Pektin, das ist Geliermittel.

Illustration: Franziska Endrullis (Kl. 6)

Im Zweiten Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg begann, als Anne zehn Jahre alt war, am 1. September 1939. An dem Tag wurde Polen vom nationalsozialistischen Deutschen Reich angegriffen und nur kurze Zeit später vollständig erobert. Am 10. Mai 1940 waren auch die Niederlande in den Händen der Nazis. Nach und nach gab es immer mehr Einschränkungen der Juden. Sie unterlagen er rassistischen Gesetzgebung und sie mussten einen Judenstern auf ihrer Kleidung tragen. Otto verlor seine Firma, weil Juden keine Firmen mehr besitzen durften.

Untertauchen
Als Margot am fünften Juni 1940 eine Aufforderung erhalten hatte, sich für Arbeit in Deutschland zu melden, beschloss die Familie Frank unterzutauchen. Im Hinterhaus der Firma lebten sie mit Hilfe der ehemaligen Angestellten. Nach kurzer Zeit kamen weitere vier Personen dazu. Zwei Jahre lang schrieb Anne dort fleißig in ihrem Tagebuch, dachte sich kleine Geschichten aus und fing mit einem Roman an. Als der damalige Kulturminister der Niederlande die Bevölkerung aufforderte, Tagebücher oder andere Dokumente über die Kriegszeit aufzubewahren, beschloss Anne dies auch zu tun und unterzog ihre Aufzeichnungen einer Überarbeitung.

Verrat – Der Anfang vom Ende
1944, am 4. August, wurde ihr Versteck entdeckt. Man hat die Vermutung, dass der Notar Arnold van den Bergh Verstecke von Juden in Amsterdam verriet, um seine eigene Familie zu schützen. Unter anderem auch das Versteck von der Familie Frank. Sie alle wurden ins Gefängnis gesteckt, kamen in das Durchgangslager Westerbork (Niederlande) und schließlich ins Vernichtungslager Auschwitz. Drei Tage lang wurden sie zusammen mit tausenden Anderen, wenig zu essen und trinken in Viehwaggons dorthin transportiert.

Ankunft in Auschwitz
In Auschwitz wurde entschieden, wer für Zwangsarbeit geeignet war und wer nicht. Die Ungeeigneten wurden kurz darauf in den Gaskammern des KZs ermordet. Anne kam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester ins Arbeitslager für Frauen.

Schlechte Nachrichten
Für Anne und Margot hieß es Anfang November 1944 nochmal, „auf Reise“ zu gehen. Sie kamen in das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Es war kalt, es gab kaum etwas zu essen und es waren zu viele Menschen krank. Beide bekamen Fleckfieber. Ihre Schwester starb im Februar 1945 an den Folgen der Krankheit. Wenig später starb auch Anne, kurz vor Ende des Krieges, mit nur sechzehn Jahren.

Autorin und Symbolfigur
Zwei Helferinnen retteten Annes Aufzeichnungen aus dem Versteck und bewahrten diese viele Jahre lang auf. Als der Krieg endete und Vater Otto, der einzig Verbliebene der Familie, aus dem Arbeitslager befreit wurde, überreichten die Helferinnen ihm die Dokumente. Er gründete einen Verlag, veröffentlichte Annes Tagebuch und erfüllte damit Annes größten Wunsch, eine berühmte Autorin zu werden. Heute ist sie eine der großen Symbolfiguren gegen den Terror der Nationalsozialisten.


Quellen:
Anne Frank Haus: www.annefrank.org
Nationalsozialismus: Versteck von Anne Frank laut Untersuchung von jüdischem Notar verraten | ZEIT ONLINE

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