Fräulein Marias lange Finger

Ein Interview mit dem Künstler Aziz Elgart

Jeden Tag laufen wir daran vorbei: Das Maria-Bildnis an der Wand des neuen B-Gebäudes. Bloody Mary hat dessen Maler Aziz Elgart zu einem Interview in der Schule getroffen. Die Fragen hat sich die Redaktion überlegt, das Interview führte Louis Treschuck (Kl. 5).

Beim Interview: Louis Treschuk (links) und Aziz Elgart (rechts); Foto: Franziska Endrullis

Bloody Mary: Warum fliegen die Bücher in Marias Bibliothek?

Aziz Elgart: Die Bücher sind magisch, vielleicht war Maria eine Hexe und sie konnte hexen, man kann ja nie wissen [Anm. der Redaktion: Historische Dokumente zu dieser Überlegung sind nicht bekannt].  

Gemälde von Aziz Elgart (Ausschnitt); Foto: Franziska Endrullis

BM: Warum ist der Hintergrund türkis gestaltet?

AE: Jeder Künstler hat seine eigenen Tricks und Techniken. Hinter Maria gibt es ein weißes Licht. Durch das Licht und dessen Wirkung kann man Einzelheiten wie die Namen der Bücher nicht mehr erkennen. Den Kontrast dazu hätte man auch mit einer anderen Farbe machen können, aber ich habe mich für Türkis entschieden.

BM: Warum sind die Marias Finger so lang?

AE: Maria nimmt das Wappen von Jever in die Hand. Und man darf nicht vergessen, dass man vor 500 Jahren in der Kunst die Figuren anders gemalt hat. In der klassische Kunst sind die Hände und Finger immer sehr lang. Ich habe versucht, die Hände und das ganze Bild sowohl klassisch, als auch modern zu machen. 

BM: Wie lang haben Sie für Konzeption und Ausführung gebraucht?

AE: Ich glaube zu Hause so ca. zwei Monate; das war nicht nur reine Arbeitszeit, sondern man musste auch erst einmal Ideen entwickeln. Und für Ideen braucht es Zeit. Ideen kommen einem während des Schlafs, bei anderen Jobs oder unterwegs. Dann merkt man vielleicht, diese Sache funktioniert nicht oder dies und das passt nicht. Es dauert immer lange, bis man fertig ist. Denn als Künstler bin ich keine Maschine. Hier in der Schule habe ich noch einmal ca. 15 Tage an dem Bild gearbeitet.

Foto: Jörg Westerhoff

BM: Wie viele Werke haben Sie schon geschaffen?

AE: Ich weiß es nicht, denn ich male seit vielen Jahren. Es werden so vielleicht an die 100 Bilder sein oder sogar mehr. Schon als Kind habe ich gemalt, aber als professioneller Künstler mehr als 100 Bilder, weil ich im Monat etwa fünf Bilder fertigstelle, in großen oder auch kleinen Formaten.   

BM: Wie kam es zum Kontakt mit der Schule ?

AE: Ich komme aus Wilhelmshaven. Der Direktor des street art festivals, Michael Diers, hat eine Anfrage von Frau Finke bekommen, das Mariengymnasium suche einen Künstler für ein 3D-Kunstprojekt. Ich habe gerne zugesagt.

BM: Ihre Ausgangswand bestand ja auch aus unserem „wunderschönen“ Sichtbeton. Haben Sie erst Grundierung auftragen müssen?

Aziz Elgart bei der Arbeit; Foto: Jörg Westerhoff

AE: Ja, ich habe gespachtelt und weiße Farbe für Beton aufgetragen. Denn das Bild soll ja ewig halten. Das ist sehr wichtig für mich, denn da steht ja auch mein Name drauf.  

BM: Herr Elgart, vielen Dank für das Interview! 

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