Trost

Reflexionen aus der dritten Welle

Ein Meinungsartikel von Chiara Fleßner (Kl. 9)

Wir alle hatten bisher nur Augen für das Negative in Zeiten der Pandemie, doch dies alles geht nun schon eine recht lange Zeit und in diesem langen Zeitraum können wohl kaum nur schlechte Dinge passiert sein. Wir alle spüren diese Leblosigkeit, da wir auf vieles verzichten müssen – Kontakte, Urlaube, Restaurantbesuche, Veranstaltungen, und selbst das Einkaufen ist anders geworden. Doch wir haben auch wertvolle Sachen dazu gelernt. Wir sollten hieraus ziehen, die Dinge wertzuschätzen, die für uns alltäglich waren und sind. Wir sollten anfangen, positiv zu denken und uns an den kleinen Dingen erfreuen.

Kranich 17 auf pixabay.com

Im vergangenen Jahr wurden unsere Bekanntschaften auf die Probe gestellt, die Freunde die noch bei uns stehen, werden wohl auch nicht gehen und die, die das nicht mehr tun, waren vielleicht auch nicht richtig für uns. Durch die beschränkte Anzahl an Kontakten können oder konnten wir lernen, wer für uns wirklich wichtig ist. Ich persönliche habe gelernt, die Familie wertzuschätzen. In solch schwierigen Zeiten zeigt sich, wer an deiner Seite steht. Leid und Kummer überflutet uns und wir sind dennoch gezwungen, nach vorne zu sehen. Was sehen wir in der Zukunft? Hoffen wir noch auf ein baldiges Ende oder denken wir, dass uns noch eine Menge bevorsteht? Was kann uns Trost spenden?

Überall wird davon geredet, was die Pandemie auslöst; es wird davon geredet, womit wir uns beschäftigen können, doch wer redet von unseren Gefühlen und von positiven Gedanken? Wir sollten aufhören bei anderen die Schuld zu suchen, sei es an der Politik oder sonst etwas. Wir wollen immer, dass es einen Schuldigen gibt, denn so können wir gegen etwas sein und uns dadurch auf etwas fokussieren. Dabei sollten wir eher einen Weg finden, mit dem klar zu kommen, was geschieht. Für jeden sollte es eine Sache geben, die uns positiv denken lässt, ganz individuell, wir werden nur zu selten daran erinnert. Wir sehen nur unser erfahrenes Pech. Fangen wir an, Glück zu sehen!

Beispielsweise haben viele von uns ein Haus oder eine Wohnung mit Garten, wir können spazieren gehen oder Parks besuchen. Dies sind Orte, an denen wir für uns sind und frische Luft schnappen können. Würden wir beispielsweise in einer Großstadt wohnen, in einer Dreizimmerwohnung mit maximal einem Balkon, sähe das anders aus. In Friesland herrschte, anders als in anderen Bundesländern, jedenfalls noch keine nächtliche Ausgangssperre.

Möglicherweise haben wir uns an neuen Dingen ausprobiert, neue Talente entdeckt oder vorhandene verbessert. Wir hatten viel Zeit zum Nachdenken, der ein oder andere hat sicherlich einiges für sich selbst klären können. Jeder sollte in sich gehen und sich fragen, was ihm oder ihr persönlich Hoffnung und Trost gibt. Mir hilft es zum Beispiel, mich auf das zu konzentrieren, was mich ausmacht, meine Leidenschaften und Hobbys.

Ob wir unseren Hobbys derzeit vollständig nachgehen können oder nicht, betrachten wir es doch als kleine Auszeit, um dann irgendwann wieder mit mehr Lust als zuvor starten zu können. Ich denke, nicht nur unsere Hobbys wissen wir dank der Pandemie wieder mehr zu schätzen, sondern sogar und den normalen Alltag. Wir wünschen uns das zurück, was wir hatten, doch als wir es hatten, haben wir es nicht weiter wertgeschätzt. Dies ist eine Chance zu lernen, im hier uns jetzt zu leben. Vielleicht wird alles wieder so, wie es war vielleicht auch nicht, doch wenn wir nur darauf warten, verpassen wir das, was gerade passiert. Mehr als ein Jahr lang geht das alles nun schon und wir haben lediglich auf das Ende gewartet und tun es womöglich noch immer. Wir fühlen uns alleine und müssen daran erinnert werden, es nicht zu sein, auch wenn die Personen, die uns wichtig sind, fern erscheinen. Sehen wir dies als Chance zu uns selbst und heraus zu finden, was wir an unserem Leben ändern wollen – nach der Pandemie. Richten wir unsere Gedanken weg von diesem negativen und dem immer präsenten Thema und lenken wir sie auf Schönes. Was gab es Freudiges in dieser Zeit? An was wollen wir uns erinnern?

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