Nachtwanderung

Eine gruselige Halloween-Geschichte

von Tamara-Lena Horvat (Kl. 8)

Foto: DarkmoonArt_de auf www.pixabay.com

Es war Freitagabend, aber nicht irgendein Freitag, sondern die Nacht vor Halloween. Amelie hatte Maria zu einer Halloween-Party eingeladen. Sie meinte, es wäre eine lustige Idee und sie hatte sich auch Horrorfilme und Spiele ausgeliehen. Also packte Maria ihre Tasche und ging los zu Amelie. Als sie ankam bemerkte sie, dass alles schön geschmückt und viele ihrer Freunde da waren. Sie richtete erst einmal ihre Schlafgelegenheit her, dann setzte sie sich zu den anderen.

Amelie erzählte, dass sie sehr aufgeregt sei, weil alle später eine Nachtwanderung durch den Wald machen würden. Maria hatte da nicht sonderlich viel Lust drauf, weil sie die Dunkelheit nicht so gerne mochte. Man konnte auch sagen, dass sie sich vor der Dunkelheit ängstigte. Es hatte schon lange gedauert, sie zu überzeugen überhaupt zu ihrer Freundin zu gehen. Normalerweise saß sie jedes Halloween alleine in ihrem Zimmer, schaute sich den gleichen Film an und ging irgendwann ins Bett.         

Amelie sagte, es sei soweit und sie würden jetzt den Film gucken. Maria ging noch kurz auf Toilette. Plötzlich hörte sie, dass irgendwo draußen eine Vase herunterfiel. Maria erschreckte sich, und sie lief aus dem Badezimmer. Einer der Gäste versuchte, die kaputte Vase zu finden, als auf einmal das Licht im Flur ausging. Amelie rannte zum Sicherungskasten und machte das Licht wieder an. Das Telefon klingelte und Maria fragte sich, wer Amelie so spät anrief. Maria nahm das Telefon in die Hand; man hörte aber nur ein Rauschen. Als sie auflegen wollte, fing jemand an zu atmen. Sie knallte den Hörer auf die Gabel und erzählte ihren Freunden von den merkwürdigen Vorgängen.

Max war das alles egal, er wollte nur den Film gucken. Der Film war für Maria eigentlich zu gruselig und sie war glücklich, als er vorbei war. Alle außer Maria wollten nun unbedingt zur Nachtwanderung. Sie rannten nach unten und Maria blieb allein im Zimmer zurück. Plötzlich hörte sie von draußen ein Geräusch. Amelie rief Maria und meinte, dass sie jetzt los laufen würden. Alle zogen sich an. Es war echtes Halloween-Wetter, dunkel, kalt und sehr windig. Das einzig Schöne, was Maria auf dem Weg zum Wald sah, waren die leuchtenden Kürbisse. Ein paar Straßen weiter ging ihr plötzlich das Licht am Fahrrad aus.

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Sie hatte eigentlich genug vom Abend und wollte einfach nur noch nach Hause. Jonas sagte aber, dass er noch Taschenlampen habe, welche sie am Fahrrad befestigen könnte. Nicht weit von ihnen sah sie in einer Seitenstraße einen Schatten, welcher sehr stark an einen Menschen erinnerte. Sie blieb stehen. Lotte fragte, was jetzt wieder sei. Maria erklärte ihren Freunden, was sie gerade gesehen hatte. Abrupt schlug Leon mutig vor, dass die ganze Gruppe dort sofort hinfahren sollte. Maria wollte eigentlich nicht mitzukommen, aber alles war besser als alleine auf einer dunklen verlassenen Straße zu bleiben.

Erst konnten sie nichts entdecken. Doch auf einmal schrie Lotte. Sie hatte eine Blutspur auf dem Boden gefunden, und es war zu erahnen, dass das Blut zu dem Schatten gehörte. Alle außer Maria machten sich auf die Suche. Maria blieb jedoch wie versteinert stehen. Max wollte die Gruppe aufteilen, damit sie schneller etwas finden konnten. Amelie wollte mit Maria und Leon unbedingt Richtung Wald laufen. Die anderen drei liefen auf dem Pfad weiter. Maria war angsterfüllt und sie wollte einfach nur in ihr gemütliches und warmes Bett.

Nach einer gewissen Zeit sahen sie in der Ferne ein Licht. Sie dachten, es seien die anderen und alle wären nur im Kreis gelaufen. Als sie näher herangingen sahen die drei Freunde, dass es sich um ein verlassenes Haus handelte. Unerwartet hörten sie ein Heulen, das sich sehr stark nach einem Wolf anhörte. Sie erschreckten sich so stark, dass sie alle ins Haus rannten.

Bei all der Panik ließen sie ihre Taschenlampen fallen und im Haus war es stockdunkel. Ängstlich saßen die Freunde in einer Ecke, und sie trauten sich nicht nach draußen zu gehen. Aus der Ferne sah man drei Lichter, welche sich geradewegs auf das Haus zu bewegten. Für Maria war das alles viel zu viel, und sie fing an zu weinen. Leon tröstete sie indem er sagte, dass alles gut werden würde. Nun hörten sie laute Schritte: die drei Lichter standen vor ihnen. Zur Erleichterung aller waren es nur Lotte, Max und Jonas. Doch etwas später sah Jonas eine Person, die sich auf das Haus zubewegte. Ein blutüberströmter Mann stand vor der Tür. Man konnte in diesem Moment den Herzschlag von jedem der Freunde hören. Bestimmt dachten mehrere, dass es mit dem Leben jetzt vorbei wäre. Eine quietschende Tür unterbrach die Stille. Der Mann ging auf Maria zu, als er plötzlich anfing ihren Namen zu rufen.

Maria schreckte hoch und sah Amelie an. Sie war gar nicht in dem Haus, das im Wald stand, sondern sie war auf einem Sofa. Amelie erklärte ihr, dass sie beim Film eingeschlafen war und dass alle loslaufen wollten. Maria kam mit, denn etwas Schlimmeres als in ihrem Traum konnte nun nicht mehr geschehen.

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