Hinter den Holzplatten

Einblicke in das neue B-Gebäude

von Jonas Evers (Q1)

Die Wolken, die von der aufgehenden Sonne angestrahlt werden, leuchten in einem tiefen Orange, während die Schülerschaaren an diesem Morgen durch das grüne Schultor schlendern. Dort hat sich der allmorgendliche Rundblick von A-, zu C-, zu B-Gebäude in der letzten Zeit drastisch verändert. Heute ist die letzte der charakteristischen roten Platten des neuen Von-der-Vring-Hauses, im Schülermund: B-Gebäude genannt, montiert worden. Die Orangetöne der Wolken, die sich in den ausladenden Fensterfronten spiegeln, beißen sich etwas mit dem strahlenden Rot.

Foto: Jonas Evers

Die SchülerInnen haben sich über das neue Gebäude schon ihre Meinung gebildet. Bevor ich mir das Gebäude selbst anschauen darf, höre ich mich deshalb ein wenig um.

Ich finde, die Farbe passt nicht zu dem Stil der anderen Gebäude. Den alten Charme, den […] unsere Schule dank der älteren Gebäude hat, geht an dieser Stelle leider komplett verloren.
– Elena Böckenholdt, 11a

Das Gebäude sieht nicht schlecht aus, passt aber nicht zu den anderen Gebäuden (Gymnastikhalle, C-Gebäude, D-Gebäude), und die Farbe erinnert an ‚Famila.‘
– Jan Colberg, Q1

Am interessantesten ist aber vermutlich, wie es im Inneren des Gebäudes aussieht. Deshalb öffnet Schulleiter Jürgen Ploeger-Lobeck heute erstmals die Türen. Was liegt also auf der anderen Seite der provisorischen Holzwand in der Pausenhalle?

Gleich hinter der grauen Tür wartet ein bekanntes Bild: Geradeaus geht es in das neue Gebäude, rechts ist wie üblich ein Zugang zum Schulhof. Im neuen Gebäude angekommen wird man von einem ausladenden Flurbereich empfangen, ein Merkmal, das sich durch das ganze Gebäude zieht. Die Flure sowie Aufenthalts- und Durchgangsbereiche sind sehr großzügig und bieten viel Platz, um unter anderem dem hohen „Verkehrsaufkommen“ gerecht zu werden. Dazu erzählt Herr Ploeger-Lobeck:

Der größte Unterschied zum alten Gebäude liegt im Eingangsbereich, wenn man vom alten Lehrerparkplatz her kommt. Die herrliche große Glasfassade haben mit Sicherheit schon alle bewundert, dahinter wird sich ein Aufenthaltsbereich befinden, den man eben nicht nur schnell durchschreitet, weil man woanders hin möchte, sondern in dem man auch sitzen und verweilen kann.
– Jürgen Ploeger-Lobeck, Schulleiter

Zur Erinnerung: Das alte B-Gebäude war, da es zwischen der Pausenhalle und der Mensa lag, in viele verschiedene Ebenen unterteilt und damit wenig barrierefrei. Das neue Gebäude löst dieses Problem sehr geschickt und macht aus vielen Ebenen zwei. Auf der Pausenhallenebene werden unter anderem das neue Sekretariat und die Schulleitungsbüros, auf der Mensaebene die zwei Kunsträume und der angesprochene Aufenthaltsbereich untergebracht. In den Stockwerken darüber ist alles wieder auf einer Ebene.

Mit der Pausenhalle im Rücken geht es rechts runter zu den Kunsträumen und weiter geradeaus zur Mensa. Foto: Jonas Evers

Das bedeutet, die Kunsträume auf der unteren Ebene zeichnen sich durch sehr hohe Decken und damit auch große Fensterfronten aus. Zwischen den beiden Kunsträumen befindet sich ein kleinerer Materialraum.

Ein weiteres Merkmal des neuen Gebäudes ist die auffällig häufige Verwendung von Sichtbeton. Das heißt, anstatt einer gestrichenen Wand wird ein glatter Beton als Wand verwendet. Dazu äußert sich Herr Ploeger-Lobeck kritisch:

„Da haben sich die Mitglieder des Bauausschusses etwas anderes vorgestellt als das, was man jetzt tatsächlich dort sieht. Für mich sind viele Wände ziemlich unansehnlich, und das ist schade.
– Jürgen Ploeger-Lobeck, Schulleiter

Folgt man der Treppe, die prominent durch die Glasfassade beim Lehrerparkplatz strahlt, gelangt man ins erste und zweite Stockwerk. In den dortigen zehn Klassenräumen werden nach der Fertigstellung einige Schüler ihr neues Zuhause finden, so Ploeger-Lobeck. Es stünde allerdings noch nicht genau fest, welche Klassen einziehen. Vermutlich bliebe das Oberstufengebäude den älteren Schülern vorbehalten, das E-Gebäude den jüngeren. Wahrscheinlich sei eine Unterbringung der Jahrgänge 10 & 11 in den neuen Räumlichkeiten.

Eins der neuen zehn Klassenzimmer.
Foto: Jonas Evers

Die Schüler dürfen sich auf neue Räume mit vielen Verbesserungen freuen. Jedes Klassenzimmer wird mit Smartboards sowie Steckdosen für Schüler- und Schulgeräte ausgestattet werden. Damit sei das Von-der-Vring-Haus sehr gut ausgestattet für die Zukunft, so Ploeger-Lobeck.

Anschlüsse für Smartboards in den neuen Klassenräumen.
Foto: Jonas Evers

Viel Digitales und aufregende Möglichkeiten für Schüler und Lehrer sprechen für sich, doch beim neuen Gebäude drängt sich zum Schluss noch eine Frage auf: Wie ist es zur Farbe Rot gekommen? Herr Ploeger-Lobeck antwortet:

„Ja, der Bauausschuss hier bei uns an der Schule hatte sich farblich schon etwas überlegt, was zum Teil auch berücksichtigt wurde, vor allem im Gebäude selbst, mit dem hellgrünen Bodenbelag. Den Farbton haben wir auch im Oberstufengebäude und empfinden ihn als sehr schön, deshalb wollten wir ihn gerne wieder aufnehmen. Wir hätten das Hellgrün auch gerne an der Fassade außen wieder aufgenommen, statt dieses zusätzlichen Rottons, den wir jetzt haben. Allerdings hat der Landkreis das abgelehnt. Wir haben auch Vorschläge entwickelt, letzten Endes hat der Landkreis aber gesagt: das ist mein Gebäude, wir möchten, dass es rot ist, und deswegen ist es jetzt von außen rot. An die Farbe werden wir uns dann sicherlich alle gewöhnen.
– Jürgen Ploeger-Lobeck, Schulleiter

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