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Die Musical Junior-AG in der Pandemie

von Chiara Fleßner (Kl. 8)

Eine Theateraufführung in Zeiten von Corona? Klingt zunächst unglaublich, schließlich sollten wir uns Monate lang mit maximal einer weiteren Person oder einem weiteren Haushalt treffen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Die Schulen arbeiteten ebenfalls über mehrere Monate hinweg nur im Homeoffice. Dass man ausgerechnet jetzt ein Schul-Theaterstück erproben und vorführen möchte, klingt hochambitioniert. Doch die AGs sollen nicht unter Corona leiden – wenn man eine Form von Unterricht finden würde, die der Infektionsgefahr Sorge trägt, dann können auch die AGs bestehen bleiben und den Schülern weiterhin Spaß bereiten. Doch wie genau soll das funktionieren bei einer AG, die sich mit Schauspiel, Gesang und Tanz beschäftigt? Wann soll geprobt werden? Und wie kann so eine Aufführung überhaupt gestattet werden?

Wie soll das funktionieren?

Zu Beginn des Schuljahres hatte die Musical Junior-AG ein neues Stück erarbeitet und wochenlang geprobt. Dass all diese Bemühungen nun umsonst gewesen sein sollen, das findet Jens Marnowsky, der Leiter der AG, nicht fair und hat sich daher eine Alternative überlegt. Ziel ist es, ein Stück zu einzuproben, welches unter den geltenden Coronamaßnahmen gespielt werden kann. Das bedeutet, es wird eine Bühne benötigt, die Darstellern und Zuschauern den nötigen Schutz bietet. Aber wie soll Sicherheitsabstand auf der Bühne umgesetzt werden in aussagekräftigen Szenen, in denen geschrien, Liebesverwirrungen gezeigt oder gestritten wird? Dafür musste ein neues Stück her, eines, bei dem die Figuren auch allein oder nur zu zweit mit Abstand auf der Bühne stehen könnten. Allerdings würde in diesem Stück nicht gesungen werden, der Aerosolausstoß wäre zu groß.

Proben per Videokonferenz

Tatsächlich ist inzwischen ein solides Aufführungskonzept entstanden und das Stück bereits probeweise ausgewählt. Doch wie sollen die Schauspieler das Stück nun einstudieren, wenn die AG als eine Art Kurs gilt und daher in der Schule nicht stattfinden darf? Hier wird, genau wie bei der IG Schülerzeitschrift, auf IServe zurückgegriffen. Texte und Termine werden per Mail verschickt, zusammen geprobt wird dann per Videokonferenz einmal die Woche. Dass dies nicht gerade ideal ist und mit Sicherheit nicht einfach, kann man sich gut vorstellen. Hoffentlich lohnt sich der ganze Aufwand am Ende, Hauptsache ist zunächst der Spaß und das Engagement der Schülerinnen und Schüler.

Projizierte Kulissen

Was die Kulisse angeht, gibt es wenig Möglichkeiten. Es wird mit der Überlegung gespielt, eine Leinwand aufzustellen und teilweise kurze Videosequenzen zu projizieren. Auf diese Weise könnten Rückblicke oder Ausschnitte eines Charakters gezeigt, der Aufenthaltsraum besser dargestellt, gesprochene Wörter versinnbildlicht oder sogar Songs eingeblendet werden. Das soll dazu dienen, das Stück aufzupeppen, immerhin gibt es zur Zeit wenig Möglichkeiten schauspielerisch so etwas auf der Bühne umzusetzten.

Wir dürfen gespannt sein auf das Ergebnis, und vielleicht macht uns ein solcher Trotz gegen die harte und trostlose Coronazeit Mut und verschönert die restlichen Wochen oder Monate während der Pandemie.

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