Mariengymnasium goes homeoffice

Das Leben als Schülerin in Zeiten von Corona

von Chiara Fleßner (Kl. 8)

Die momentane Lage dürfte uns alles bekannt sein: Das Corona-Virus ist im Umlauf, Veranstaltungen werden abgesagt, Schulen, Kindergärten und einige Unternehmen haben geschlossen, es gilt eine Kontaktsperre und so weiter und so weiter. Viele Leute müssen im Moment von Zuhause arbeiten, sprich Homeoffice betreiben, und auch wir Schüler müssen den Stoff, der nun nicht mehr in der Schule von Person zu Person(en) unterrichtet wird, von Zuhause aus durcharbeiten. Doch wie gut funktioniert dies und lernen wir dabei überhaupt etwas?

Foto: pixabay.com

Zu Beginn der Homeoffice-Zeit lief es zunächst noch ganz gut, wir Schüler/innen freuten uns darauf, keine Schule zu haben und waren hochmotiviert, die Aufgaben von Zuhause aus zu bearbeiten. Schließlich durften die Lehrer uns in der Unter- und Mittelstufe nur Aufgaben für 45 oder 60 Minuten aufgeben. Tag eins, die ersten E-Mails befanden sich in der E-Mailleiste von IServ, manche Schüler/innen bearbeiteten sie sofort, einige wollten noch ein wenig warten, schließlich waren es zu dem Zeitpunkt noch nicht gerade viele Aufgaben und zur Not könnte man diese auch in den Osterferien abarbeiten. Am Ende der ersten Woche hatten dann einige Schüler/innen alle bisherigen Aufgaben erledigt, manche nur jene, die sie abgeben mussten und/oder nur die Hauptfächer. Noch fanden alle die momentane Lage gut, es fühlte sich für viele wie Ferien an.

Das es keine waren wurde jede Schülerin und jeder Schüler spätestens nach den Osterferien klar, denn ab diesem Zeitpunkt häuften sich bei manchen die Aufgaben, und während sie versuchten, sie abzuarbeiten, bekamen sie zeitgleich auch schon neue. Manche Lehrer/innen gaben einem ein gutes Maß an Aufgaben, andere unterschätzend allerdings die Zeit, die man für die Bearbeitung brauchte. In meinem Fall, und sicherlich auch bei vielen anderen Klassen, standen in vielen Fächern Arbeiten aus, die nun nicht stattfinden konnten und auch nicht mehr stattfinden werden. Doch eine Klassenarbeit bringt auch immer das Abschließen eines Themas und somit auch ein neues mit sich. Nun müssen wir Schüler uns also viele neue Themen mit den uns gegebenen Aufgaben selbst beibringen, wo viele bestimmt gerne mal dazu neigen, Google zu befragen. Aufgaben die für 45, 60 oder gar 90 Minuten angesetzt sind und ein neues Thema beinhalten, welches man nun versuchen muss zu verstehen und zu erlernen, beansprucht deutlich mehr Zeit als die Aufgaben dauern würden, wenn man es bereits verstanden und im Unterricht erlernt hätte, weshalb Lernende zu Hause oft mehrere Stunden an der daran sitzen.

Dass nun viele Lehrer/innen das Aufgabenmodul bei Iserv verwenden, bedeutet auch, dass wir oft mehrere Aufgaben zu einem Abgabetermin zu erledigen haben. Im Moment haben viele Schülerinnen und Schüler keine Lust mehr, im eigenen Haus „eingesperrt“ zu sein und sich bereits seit über fünf Wochen alleine beschäftigen zu müssen. Dazu kommt noch, dass viele Eltern, vor allem diejenigen, die arbeiten müssen, der Meinung sind, dass ihre Kinder nun mehr im Haushalt helfen könnten, da sie ja sowieso nichts zu tun hätten. Viele von uns haben zu Beginn dieser Zeit ganze Nächte durchgemacht oder sind erst bei Morgendämmerung schlafen gegangen. Nun kommen sie nicht mehr in einen geregelten Schlafrhythmus rein, was zu Übermüdung und Kopfschmerzen führt.

All diese genannten Faktoren sorgen für Stress und seelische Belastung, weshalb sich viele Schüler/innen dann doch die Schule zurück wünschen, da sie im Moment im Großen und Ganzen mehr machen müssen, als während der Schulzeit. Durch Geschwister, alltäglichen Geräuschen wie Mikrowelle, Staubsauger, Fernseher, Telefon u. ä. wird das Lernen gestört und es fällt schwer, sich zu konzentrieren. Man wird zu leicht von anderen Dingen, wie zum Beispiel dem guten Wetter, abgelenkt. Zuhause ist eben ein schlechter Lernort!

Ich fasse nun einmal zusammen. Homeschooling funktioniert technisch, was das Übertragen der Aufgaben angeht, sehr gut; wenn es jedoch um das Lernen und Verstehen der einzelnen Themen zu Hause geht, gibt es noch einige problematische Aspekte. Es wird für alle Beteiligten eine große Aufgabe sein, hier noch nachzubessern!

Eine Antwort auf „Mariengymnasium goes homeoffice“

  1. Liebe Chiara,

    vielen Dank für Deinen Einblick, der bestimmt vielen Deiner Mitschüler*innen aus der Seele spricht!

    Mir und allen Lehrkräften ist klar, dass die Situation für Euch zu Hause schwierig ist, und wir versuchen, damit einerseits behutsam umzugehen, andererseits versuchen wir dafür zu sorgen, dass Ihr im Lernstoff nicht abgehängt werdet – so sind ja auch die Vorgaben des Kultusministeriums, die wir als Schule zu erfüllen haben.

    Ich bin mir sicher, dass alle Lehrkräfte des MG sich nach kräften bemühen, Euch beim Lernen zu Hause bestmöglich zu begleiten. Wenn es einmal zu viele oder zu schwierige Aufgaben bei Euch in der Klasse sind, dann wendet Euch bitte an Eure Fach- oder Eure Klassenlehrkräfte und sprecht mit ihnen darüber. Die Klassenlehrkräfte sollen dafür sorgen, dass die Belastung insgesamt nicht zu groß wird. Eure Fachlehrkräfte sorgen dafür, dass Ihr genug lernen könnt, damit es irgendwann wieder normal in der Schule weitergehen kann und alle auf einem ähnlich (guten!) Stand sind.

    Die Situation ist für uns alle neu, niemand hat irgendwelche Erfahrungen mit dem Leben, Lernen und Arbeiten in einer Pandemie. Wir lernen so gesehen alle täglich hinzu. Dafür ist es wichtig, dass wir miteinander sprechen, also bitte, liebe Schüler*innen, fresst Euren Ärger nicht in Euch hinein, sondern redet mit Euren Lehrkräften darüber, was Euch stört oder zu schaffen macht.

    Und für tiefer gehende Probleme, die man vielleicht auch nicht mit den Leher*innen besprechen möchte, gibt es unser Beratungsangebot, auf das ja schon in einigen E-Mails hingewiesen wurde.

    Bleibt stark, haltet durch, helft Euch gegenseitig und passt gut auf Euch auf!

    Mit den herzlichsten Grüßen
    Euer J. Ploeger-Lobeck

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