Flutkatastrophe 1717

Wie man zu einem Landespreis beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten kommt

von Frieda Mlodzian (Kl. 9)

Alles fing damit an, dass ich eine Einladung zur IG „Geschichte vor Ort“ bekommen habe. Dort erzählte uns deren Leiterin, Frau Britta Herzog, vom Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, der nur alle zwei Jahre stattfindet. Sowohl Paula Meyer zum Gottesberge (Kl. 8) als auch ich selbst konnten uns beide – getrennt voneinander – sofort gut vorstellen, daran teilzunehmen.

Am 1. September 2018 bekamen wir das aktuelle Thema: So geht´s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch. Nun hatten wir bis zum 28. Februar Zeit, um einen von uns gewählten Beitrag, der sich mit der Geschichte unserer Region beschäftigt und zum Thema passt, einzureichen. Dies konnte sowohl ein Film, ein schriftlicher Beitrag, als auch eine Audiodatei sein.

Getrennt begannen Paula und ich mit der Findung unseres je eigenen Forschungsgegenstandes. Zunächst arbeitete noch jeder für sich selbst. Letztendlich blieben wir beide jedoch am selben historischen Ereignis, der Weihnachtsflut von 1717, hängen. Somit begannen wir von nun an mit einer gemeinsamen, zunächst groben Recherche im Internet, um uns einen allgemeinen Überblick zu verschaffen.

Darstellung der Weihnachtsflut 1717 von einem unbekannten Kupferstecher, www.wikimedia.com

Daraufhin entwickelten wir die Forschungsfrage „Eine Karte als Zeugnis einer Krise?! Eine Untersuchung der Weihnachtsflutkarte von 1718“, an der sich unsere Arbeit anlehnen sollte. Nachdem wir diese gefunden hatten, fingen wir mit der zielgerichteten Recherche im Internet und in Büchern an. Wir befragten Experten und befassten uns mit alten Karten. Schließlich hielten wir unsere Ergebnisse in einem schriftlichen Beitrag, der 24 Seiten lang wurde, fest. Nach wirklich sehr intensiven sechs Monaten hatten wir es endlich geschafft, unser Beitrag war fertig!

Unsere IG-Leiterin, Frau Herzog, die uns die ganze Zeit unterstützend zur Seite stand und uns wichtige Hinweise gab, reichte unsere Arbeit offiziell ein. Nun hieß es warten.

Während der langen Zeit des Wartens stellt man sich immer wieder die Frage: Trifft unsere Ausarbeitung auf das Interesse der Jury? Konnten wir verdeutlichen, dass diese Flut 1712 rund 12.000 Todesopfer forderte? Konnten wir veranschaulichen, dass die Folgen der Überflutung, das dadurch versalzene Marschland für die friesischen Familien den wirtschaftlichen Ruin bedeuteten, da sie Abgaben leisten mussten und keinen Ertrag durch die Ernte bekamen? Konnten wir genügend hervorheben, welche Auswirkungen die Flut auf den späteren Deichbauch hatte und uns bis heute vor ähnlichen Flut-Katastrophen schützt? Konnten wir letztendlich deutlich machen, dass die Menschen die Flut als Strafe Gottes für all ihre Sünden ansahen? Unsicherheit bis zum Schluss blieb zum Beispiel bei der Frage, ob wir das historische Material von Johann B. Homann, das das Geschehen sowohl anhand von topographischen Karten, als auch anhand von Bildern und Artikeln wiedergibt, richtig gedeutet und eingebunden haben.

Karte von Johann Baptist Homann aus dem Jahr 1720, www.wikicommons.com

Einige Monate später erhielten wir Gewissheit. Wir bekamen die tolle Nachricht, dass wir mit unserer Arbeit Landessieger geworden sind und nach Hannover reisen durften, um uns unsere Urkunde abzuholen. In Hannover überreichten uns dann Herr Kultusminister Tonne und die Präsidentin des Niedersächsischen Landtages Frau Andretta diese persönlich. Ein unvergessliches Erlebnis

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