Tschüss Alexa! Grüß Amazon von mir!

Zum Abhörwahnsinn des beliebten Sprachassistenten

von Timo Füllmann (Kl. 6)

Alexa oder ähnliche Sprachassistenten können im Alltag sehr hilfreich sein. Man denke nur an deren Einsatz in Haushalten mit körperlich eingeschränkten Menschen. Leider sind sich viele Leute nicht bewusst, dass Alexa alles mithört was man sagt, was man tut, sozusagen: was man „denkt“. Die aufgezeichneten Daten werden dann an Amazon weitergegeben, damit im Internet personalisiert passende Ergebnisse und Empfehlungen als Werbung angezeigt werden können. Klingt an sich erst einmal harmlos, doch Alexa nimmt auch private Gespräche auf, die besser privat bleiben sollten. Man möchte schließlich nicht alles über sich preisgeben. Oder wollt ihr, dass jeder weiß, wann ihr im Bad wart, was ihr spätabends zuletzt gegoogelt habt oder welche Pickelcreme ihr immer bestellt? Privatsphäre? Fehlanzeige!

Alexa von pixabay.com

In anderen Ländern ist es sogar schon möglich, dass Amazon Versandartikel innerhalb von 15 Minuten liefern kann, da der Konzern meines Wissens vorausahnt, was Du demnächst bestellen wirst und die Lieferung schon vorsortiert.

Aber das passiert nicht nur bei Alexa, sondern auch bei Apps wie z.B. Instagram, Facebook, Snapchat u. ä. Diese hören dich den ganzen Tag ab, damit du immer Empfehlungen erhältst, die für dich möglicherweise relevant sind: Brauchst du Hygieneartikel für müffelnde Füße? Brauchst du neue Insekten als Futter für deine Reptilien? Oder benötigst du dringend Marmeladengläser?

Deshalb würde ich euch abraten, Alexa zu kaufen – außer eure Privatsphäre ist euch wirklich völlig egal! Sprachassistenten wie Siri von Apple mögen da weniger problematisch sein. Laut Hersteller soll hier angeblich nichts aufgezeichnet werden.

Eine Antwort auf „Tschüss Alexa! Grüß Amazon von mir!“

  1. Siri ist in keiner Weise unproblematisch. Wie jeder der vier großen Sprachassistenten (Google Assistant, Amazon Alexa, Microsoft Cortana, Apple Siri) sendet das Endgrät Daten an Server des jeweiligen Unternehmens, um sie zu verarbeiten. Und jedes dieser Unternehmen speichert diese auch. Apple sagte 2013, Daten werden bis zu 2 Jahre lang gespeichert (https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Apple-bewahrt-Siri-Daten-bis-zu-zwei-Jahre-lang-auf-1846278.html). Und ich bezweifle, dass sich diese Zeit verkürzt hat. Apple will ins Dienstleistungs-Business, da sind solche Daten wertvoll.

    Wenn man Empfehlungen ausspricht, dann vielleicht auch tatsächliche Alternativen. Snips (https://snips.ai/) wäre unter Umständen so eine.

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