Ertrinken in vier Litern Säure

Diese Pflanzen fressen Fleisch!

von Lucia Valentina Kunze und Chantal-Marie Brocke (Kl. 7)

Wir haben für euch ein paar ungewöhnliche Pflanzen recherchiert. Sie fressen Fleisch! Es gibt mehr als 500 verschiedene Arten von fleischfressenden Pflanzen. Diese sehen durch ihre auffällige Farbe und ihre seltsamen Formen ziemlich märchenhaft aus. Zu ihrer Nahrung gehören nicht nur kleine Insekten, sondern auch größere Tiere wie Ratten oder Frösche.

Quelle: Pixabay

Mehrere fleischfressende Pflanzen gehören zur Gattung der Nephenthes, einem Fachbegriff für Kannenpflanzen. Der Name kommt von den trichterförmigen Bodenkannen, langen Stilen, die sich am Boden abstützen. Wir haben zwei Beispiele herausgegriffen. Die Nephenthes attenborougii frisst Vögel, Ratten und Mäuse. Sie wurde erst im Jahr 2007 entdeckt. Der Stamm erreicht eine Höhe von bis zu eineinhalb Metern und einen Durchmesser von bis zu dreieinhalb Zentimetern. Die Nephenthes attenborougii wurde auf dem Gipfel des Mount Victoria gefunden. Der Berg liegt auf der philippinischen Insel Palawan. In die Kanne dieses pflanzlichen Räubers passen vier Liter Säure. Durch den Geruch wird die Beute angelockt. Die Tiere klettern hoch oben in das Loch und fallen in die Kanne hinein, sie ertrinken und dann löst sich ihr Körper langsam in der ätzenden Säure auf. Die Nephenthes spathulata ist auf Sumatra beheimatet. Ihre Sprossachse (der Stängel), kann bei einem Durchmesser von nur etwa acht Millimetern eine Länge von fünf Metern erreichen. Die Laubblätter sind grün gefärbt. Die Bodenkannen sind hellrot bis hellbraun, die Öffnung der Bodenkannen ist rot und der Deckel ist rotgrün. Doch Vorsicht, dieser fröhlich Farbmix ist so intensiv wie tödlich!

Quelle: Pixabay

Der „Sonnnentau“ (Fachbegriff Drosera) ist der bekannteste Vertreter seiner Art. Er bildet mit über 200 Arten die zweitgrößte Gattung der fleischfressenden Pflanzen. Der Sonnentau ist mit Klebedrüsen an den Blättern ausgestattet. Wenn die Beute gefangen ist, rollt sich der Sonnentau zusammen und zersetzt die gefangenen Tiere, bis nichts mehr da ist. Er kommt in Australien, Neuseeland und Europa als Wildpflanze vor.

Die Kobralilie lebt in Sümpfen in Nordkalifornien. Sie ist rohrförmig und enthält eine Säure, womit die Beute verdaut wird. Durch ihre Drüsen erzeugt sie Nektar, der die Insekten anlockt. Die Schlauch- oder Trompetenpflanze ist dagegen in Süd- und Nordamerika zu finden. Sie lockt die Insekten mit einem Sekret am Rand des Kannenblatts an, das die Form einer Trompete hat. Der Fang stürzt ins Schlauchinnere und wird dort lebendig verdaut.

Wir überlegen jetzt, einen Sonnentau anzuschaffen, der ist im Sommer sicher nützlich gegen Stechinsekten.

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