Herausforderung Handschrift

von Tamara-Lena Horvat (Kl. 6)

Quelle: Pixabay

Eine aktuelle Studie besagt, dass 37% der deutschen Kinder im Grundschulalter und 43% der Schüler/innen auf höheren Schulen eine schwer lesbare oder unverständliche Handschrift haben (vgl. https://www.mdr.de/kultur/handschrift-wird-schlechter-studie-100.html). Dabei weiß jeder, dass eine sichere Handschrift nützlich ist. Würde man sich für jeden Buchstaben im Wort Zeit nehmen, würde man es nicht schaffen einen Text schnell abzuschreiben oder eine Klassenarbeit unter Zeitdruck fertigzustellen.

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Die Kinder, die schon im Kindergarten gelernt haben, das Alphabet zu singen oder schreiben, haben daraus durchaus einen Vorteil in den ersten Klassen der Grundschule. Sie haben vermutlich schon eine halbwegs normale Handschrift entwickelt und müssen sich nicht mehr so sehr anstrengen, das Schreiben nun gezielt zu erlernen. Andere Kinder, die diese Möglichkeit nicht hatten, haben oft Probleme. Besonders schwer fällt das Schreiben den Kindern, die aus anderen Ländern oder Kontinenten zu uns nach Deutschland gekommen sind. Wenn sie z. B. aus dem arabischen oder asiatischen Kulturraum kommen, müssen sie ja ein ganz neues Alphabet lernen. Stellt Euch vor, ihr müsstet chinesische oder japanische Schriftzeichen lernen! Wäre es nicht leichter, wenn es in Zukunft nur noch ein System gäbe und dieses für jede Sprache gleich wäre?

Das Alphabet mit 24 Buchstaben, Umlauten und Groß- und Kleinschreibung ist „die“ Herausforderung für alle Schulanfänger. Dabei ist es sehr wichtig, dass jedes Kind Buchstaben und Worte sauber schreiben kann, denn dann wird man auch sicherer in jedem anderen Lernbereich und bekommt Selbstbewusstsein (http://www.taz.de/!5134924/).

Am Ende der vierten Klasse sollen die Kinder unserer Grundschulen „eine gut lesbare Handschrift flüssig schreiben“. Das hat die Konferenz der Kultusminister mit den Bildungsstandards 2001 beschlossen. Doch wird dieser Auftrag auch umgesetzt? Macht doch einmal die Probe und schaut in die Hefte eurer Sitznachbarn! Immerhin: Es gibt noch Leute, die eine schöne Schrift haben – oder zumindest daran arbeiten!

Es scheint vor allem die Schreibroutine im privaten Alltag zu fehlen. Gut, dass es Weihnachten und Geburtstage und die entsprechenden Kartengrüße gibt – wann sonst würden Kinder und Jugendliche noch einen Stift in die Hand nehmen? Würde außerhalb der Schule noch jemand mit der Hand schreiben? Wird es im wahrscheinlich voll digitalisierten nächsten Jahrhundert überhaupt noch Papier geben?        

Eine Antwort auf „Herausforderung Handschrift“

  1. Das Thema Handschrift vefolge ich schon einige Zeit… Als Lehrerin fällt mir auch auf, dass viele Schülerinnen und Schüler kein klares Schriftbild haben, sei es in Druck- oder Schreibschrift. Durch eigenen „Leidensdruck“ habe ich ein Buch gefunden, dass sich an Menschen richtet, die bereits Automatismen beim Schreiben entwickelt gaben, also keine Schreibanfänger mehr sind: „Improve your handwriting“ von Rosemary Sassoon. Dieses ist zwar auf englisch, aber gut verständlich mit guten Schreibübungen. Menschen, die an ihrer Handschrift arbeiten möchten, finden das Buch in unserer Bibliothek! Mir hat es deutlich weitergeholfen….

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